Wagner in Venedig

Sabine Meine

Abstract


Mit Einblicken zu Wagner in Venedig soll Musikgeschichte als Teil einer Imagologie Venedigs im 19. und frühen 20. Jahrhunderts betrachtet werden: Anhand bewusst verschiedener Quellensorten, Egodokumenten von Jean-Jacques Rousseau, Johann Wolfgang Goethe und eben Richard Wagner, kompositorischen Venedig-Inspirationen im Tristan einerseits, sowie anhand von Zeitungsausschnitten andererseits werden verschiedene Images zum Thema Wagner in Venedig zusammengeführt, Selbst- und Fremdbilder, durch die in den zwei Teilen Wagners Venedig und Venedigs Wagner gegensätzliche Eindrücke der Musikstadt Venedig, aber auch des Wahlvenezianers Wagner entstehen. Diese Einblicke werden durch Projektionen von anderen Komponisten und Autoren wie Franz Liszt, Franz Werfel und Gabriele d’Annunzio ergänzt. Das somit auch literarisch erweiterte Spektrum zu Wagner in Venedig soll damit für die Subjektivität der historischen Wahrnehmung und für die Wirkungsmacht von im 19. Jahrhundert einflussreichen nationalen Vorbildern und Vorurteilen sensibilisieren. Wenn am Ende ein vieldeutiger, schillernder Eindruck von Wagner in Venedig bleiben wird, sollte uns dies in Bezug auf die "Traumstadt" Venedig nicht überraschen.

Full Text

PDF (Deutsch)


 

ISSN: 0039-2952