Zur Analogie von Waffe und Weib in Friedrich Hebbels «Judith»

Verena Thoma-Endenich

Abstract


Statt nur mit den Waffen einer Frau zu kämpfen, wird die Protagonistin in Friedrich Hebbels "Judith" gemäß ihrer Drohung, aus sich herauszufahren «wie ein Schwert aus der Scheide», gleichsam selbst zur Waffe. Die Identifikation der jungfräulichen Witwe mit dem Schwert des Gegners offenbart nicht nur die empfundene Zugehörigkeit zum Feind. Die blanke Klinge spielt auch eine zentrale Rolle bei der Motivation Judiths zur Tat und fungiert als Berufungswerkzeug, das auf die Risiken des Vorhabens verweist. Ferner spiegelt sie die für die Tragik des Werks bedeutsame Unschuld der Heldin.

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ISSN: 0039-2952