Bruno Franks 'Cervantes'. Spiele des Schicksals: wechselnde Geschicke einer exemplarischen Biografie

Valentina Serra

Abstract


Cervantes. Ein Roman ist eine von Bruno Frank verfasste und 1934 veröffentlichte literarische Biografie, die heute fast in Vergessenheit geraten ist.
Das Werk ist außerdem reich und interessant: es wurde vom als Juden und Hitler-Gegner ins Exil geflohenen erfolgreichen Autor Bruno Frank geschrieben und wirkt als fesselnde und sorgfältige Biografie eines Menschen, dessen Leben von einem hönischen Schicksal zusammengestürzt wird. Das Werk wurde unter den zahlreichen historischen Romanen der dreißiger und vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts gezählt; ihm fehlt aber der damals übliche utopische Glaube an die revolutionären Fähigkeiten der Literatur, da hier eine Verbesserung der Welt durch die “Macht des Wortes” als reine Illusion scheint. Dem “humanen Gentleman” Frank gelingt vielmehr, den rätselhaften Zusammenhang zwischen Leben und Literatur, menschlicher Güte und Würde zu schildern, der seinen illusionsfreien europäischen Humanismus stiftet.
Ziel des hier angebotenen Beitrags ist das in den besonderen Bedingungen des Exils geschriebene Werk zu untersuchen, um eine (noch gültige?) Botschaft an das gegenwärtige Publikum hervorzuheben. 


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ISSN: 0039-2952