Zwischen germanischem Hochmittelalter und deutschem Humanismus: Das Wiederaufleben der antiquarischen Tradition im England des 16. Jahrhunderts

Marco Battaglia

Abstract


In der frühen Neuzeit der abendländischen Geschichte hat die theologische Auseinandersetzung zwischen Katholiken und Protestanten bei allen Rückschlägen eine kulturelle Dynamik erzeugt, die den Dialog zwischen religiösen Kreisen und einer erneuerten historiografischen, politischen wie auch literarischen Kultur begünstigte. Dank ihrer innovativen philologischen Bemühungen und der Untersuchungen zur Evolution des Christentums übte die Reformation einen nicht zu unterschätzenden Einfluss sowohl auf das literarische Gebiet als auch auf die Sprach-entwicklung aus und trug so zu einer ideologischen Bestimmung jener nicht eindeutig identifizierten Gesamtheit chronologischer Bezüge bei, die die angloamerikanische Kultur zu Recht mit einem Plural, Middle Ages, bezeichnet. In den Wirren, die auf die Thronbesteigung Elisabeths I. Tudor in England folgten, zeichnen sich die Umrisse eines reichen kulturellen Austauschs zwischen den Vertretern der englischen Reformation und der zeitgenössischen historiografischen, literarischen und philologischen Debatte auf dem Kontinent ab. Eine bedeutende Rolle in diesem deutsch-englischen Austausch fiel dem kroatischen Theologen Matthias Vlačić ‘Ilirik’ zu, einem international bekannten Forscher, der in Venedig und Deutschland studiert hatte und als Vertreter der neuzeitlichen wissenschaftlichen Philologie lange Zeit die ältesten Phasen der deutschen Sprache und Literatur erforschte.


Full Text

PDF (Deutsch)


 

ISSN: 0039-2952