Eine Reise zu zweit: Gustav Nicolais und des Flohs Jeaaaoui Schnellfahrt durch Italien

Elena Giovannini

Abstract


In Gustav Nicolais Italien wie es wirklich ist (1834) spielt die Tierwelt eine wichtige Rolle bei der Darstellung des Fremden. Es sind vor allem Flöhe, die inhaltlich und sprachlich zum Zerrbild Italiens beitragen, auf die körperliche Auseinandersetzung mit dem Südländischen hinweisen, mehrere Schauplätze der Fremderfahrung kennzeichnen und das Thema der Marginalität verstärken. Auf der narrativen Ebene übernimmt Nicolai selbst die Rolle des pulex irritans, denn er ‘beißt’ das traditionelle Italienbild, die deutsche Reiseliteratur nach Goethe und die enthusiastischen Reisenden in die «hesperischen Gefilde». Auch in Adamssohns Schreiben eines deutschen Floh’s (1836) wird viel ‘gebissen’: Sowohl Nicolai als auch das in Italien wie es wirklich ist von ihm verehrte Vaterland werden mit scharfer Ironie angegriffen. Unter anderem in Bezug auf Deutschlands Buchmarkt, Lesepublikum, Gesellschaft und Haltung zu den Juden setzt Adamslohn seinem Leser ganz deutlich einen Floh ins Ohr.


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ISSN: 0039-2952