Die Aktienempfehlung als Handlungsanweisung für den Anleger: Eine pragmatische Perspektive auf Börsenmagazine

Daniela Puato

Abstract


Der Beitrag befasst sich mit Aktienempfehlungen in deutschen Börsenmagazinen. Zunächst wird die Aktienempfehlung als journalistische Textsorte vorgestellt, dann wird sie im Rahmen der Sprechakttheorie in die Kategorie der Direktiva eingeordnet. Herzstück der Untersuchung ist die pragmalinguistische Analyse von insgesamt 300 Empfehlungstexten der Jahre 2015 bis 2018. Es wird die allgemeine Text- und Argumentationsstruktur herausgearbeitet, die ein Kontinuum von rein informativ zu explizit direktiv erkennen lässt, d.h. von einem indirekten zu einem direkten Sprechakt. Überraschenderweise enthält nur eine Minderheit der Texte eine eindeutige Handlungsanweisung für den Anleger. In diesem Zusammenhang erscheinen verschiedene lexikalische und syntaktische Mittel relevant, um die Empfehlung hervorzuheben bzw. abzuschwächen: auf lexikalischer Ebene beispielsweise Hinweise auf das Risiko des Investments oder die Beschränkung auf einen spezifischen Anlegertyp, auf syntaktischer Ebene u.a. die Verwendung von bestimmten Modalverben, Tempora oder Konnektoren.


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ISSN: 0039-2952