«Zu dem, was man ‘angeborenes Unglück’ nennen kann, gehört es, im ‘Norden geboren’ zu sein». Friederike Brun und Fanny Lewald in Süditalien

Ulrike Böhmel Fichera

Abstract


Der Beitrag untersucht die Schriften von Friederike Brun und Fanny Lewald, die von ihren Erfahrungen in der Umgebung von Neapel berichten. Für die empfindsame deutsch-dänische Schriftstellerin ist die Landschaft mit ihrer üppigen Vegetation Anlass zum Nachdenken über die Natur, die Bewohner des Landes, ihre Geschichte und ihre Kultur. In ihren panoramatischen Beschreibungen kann der zeitgenössische Leser die Verbindung zu den künstlerischen Darstellungen in den Panoramas der größten europäischen Städte herstellen. Fanny Lewald kommt einige Jahrzehnte später in dieselbe Gegend. Sie interessiert sich eher für die Situation der Frauen, für die sozialen und politischen Verhältnisse und für den überall spürbaren Einfluss der katholischen Kirche. Der direkte und indirekte Bezug auf Goethes Text, auf seine Erfahrungen während der Reise in Italien ist evident. Lewald fühlt sich als moderne Frau und merkt, dass sie gewisse Verhältnisse der Vergangenheit als idyllisch wahrnimmt und darstellt, obwohl diese ein Hindernis bei der Modernisierung Italiens darstellen.


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ISSN: 0039-2952