Was muss man wissen, um Straßenschilder zu verstehen? Pragmatische Anmerkungen zur Kommunikation in öffentlichen Räumen

Claus Ehrhardt

Abstract


Der Beitrag behandelt Kommunikation in öffentlichen Räumen. Er untersucht Schilder u.ä. als Kommunikationsformen, bei denen einerseits von Seiten der Textproduzenten großer Wert auf die Verständlichkeit und Akzeptanz gelegt wird. Andererseits ist der Raum für die Präsentation der Inhalte und die Zeit, die die Adressaten ihrer Rezeption widmen können und wollen, stark begrenzt, Die Informationen müssen daher in extrem kondensierter Form präsentiert werden. Das ist nur möglich, wenn massiv auf verschiedene Ebenen des Nicht-Gesagten zurückgegriffen wird. Die Textproduzenten müssen das Weltwissen der Adressaten antizipieren und in die Planung der Kommunikate einbeziehen. Der Beitrag untersucht die Schnittstelle zwischen situativem, sprachlichem und kommunikativem Wissen, indem er fragt, inwieweit das Verständnis von Schildern auf der Kenntnis der verwendeten Wörter und Sätze beruht, wie viel situatives Wissen (etwa über normale Abläufe von Handlungen) eine Rolle spielen und welche Formen des institutionalisierten kommunikativen Wissens in die Analyse einbezogen werden müssen. Hier wird vor allem auf generalisierte konversationelle Implikaturen verwiesen.


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ISSN: 0039-2952