Ungesagtes in autobiographischen mündlichen Erzählungen: Der prosodische Ausdruck von Emotionen in Bezug auf Orte im Interview mit Moshe Cederbaum

Valentina Schettino

Abstract


In diesem Aufsatz wird dem unverbalisierten Ausdruck von Emotionen in mündlichen autobiographischen Erzählungen nachgegangen. Man hat die prosodischen Merkmale untersucht, die die emotionale Ebene widerspiegeln können. Die Analyse wird auf der Grundlage des sogenannten Israelkorpus durchgeführt, das aus autobiographischen Interviews mit jüdischen EmigrantInnen in Israel besteht, die vor dem zweiten Weltkrieg aus deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas wegen der nationalsozialistischen Verfolgungen nach Palästina auswandern mussten: Folglich sind diese Erzählungen eng mit der emotionalen Dimension verbunden. Im Besonderen wird man sich auf die Analyse der Orte aus einer prosodischen Perspektive konzentrieren: Diese Arbeit stellt sich tatsächlich in einem breiteren Projekt auf, in dem Orte nicht nur als geographische Bestimmungen, sondern vielmehr in ihrer Funktion innerhalb der narrativen Erinnerungsarbeit betrachtet werden. Die Annahme dieser Untersuchung ist, dass diese Erinnerungsarbeit eng mit der emotionalen Dimension verschränkt ist.


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ISSN: 0039-2952